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Kölner Stadt-Anzeiger vom 20.04.2022 - Kommentar

Das Rathaus ist zuständig

 

TIM ATTENBERGER

über die Pläne der Stadt für den Straßenkarneval

In einem dürften sich in Köln inzwischen nahezu alle einig sein: Mit den Exzessen auf der Zülpicher Straße und anderenorts am 11.11. und an Weiberfastnacht kann es nicht so weitergehen wie zuletzt. Insofern ist es grundsätzlich richtig, dass die Stadtdirektorin jetzt so schnell wie möglich ein neues Sicherheitskonzept haben will. Dass nun ein externes Unternehmen hinzugeholt werden soll, um das Ordnungsamt zu verstärken, scheint dabei durchaus sinnvoll zu sein. Nach wie vor mangelt es an zusätzlichem Personal, neue Bewerberinnen und Bewerber um die offenen Stellen sind offensichtlich kaum zu finden.

Dass die Stadt aber von dem externen Dienstleister auch gleich noch das gesamte Sicherheitskonzept erstellen lassen will, gleicht einer Kapitulation. Denn diese Aufgabe gehört ganz klar nicht in die Hände eines Privatunternehmens – die Verantwortung dafür liegt ganz eindeutig bei der Stadtverwaltung. Daran darf es auch in Zukunft keine Zweifel geben. 

Ganz grundsätzlich muss an dieser Stelle die Frage gestellt werden, ob eine Stadtverwaltung mit knapp 20 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nicht dazu in der Lage sein muss, die eigenen Kernaufgaben auch selbst zu bewältigen. Die Stadt sucht zurzeit für das Zwischennutzungskonzept am Ebertplatz einen externen Platzmanager – viele Verkehrsprojekte werden von privaten Ingenieurbüros geplant. Die Auslagerung der eigenen Arbeit darf für die Stadt Köln nicht zur Gewohnheit werden. Es müssen stattdessen Wege gefunden werden, die eigene Verwaltung effizienter als bislang aufzustellen – groß genug ist sie ja bereits.