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Infopost Nr. 4 (Juli 2022)

Liebe Nachbarinnen und Nachbarn,

ein halbes Jahr ist vergangen in dem wir nicht untätig waren.

Die Unterschriftenaktion im Viertel haben wir abgeschlossen. Nahezu 150 Anwohner*innen aus dem Mauritiusviertel im Umkreis der Schaafenstraße haben unser Anliegen unterstützt. Im Rahmen des halbjährlichen Plenums des ‚Bündnis Innenstadt‘ und in Anwesenheit der Bürgerinitiativen aus der Innenstadt, haben wir die Ergebnisse der Unterschriftenaktion an den Bezirksbürgermeister Andreas Hupke übergeben. Da die Oberbürgermeisterin, Frau Reker, leider nicht an dem Treffen des Bündnis Innenstadt teilnehmen konnte, haben wir ihr die Unterlagen per Mail und den Vorsitzenden der Ratsfraktionen gesendet. Im August erhalten wir die Gelegenheit die Unterschriftenlisten im Bezirksrat Innenstadt nochmal offiziell zu überreichen. Wir hoffen, dass dies dem Unmut über die Zustände hier mehr Gewicht verleiht.

Unsere Bemühungen rund um eine Eindämmung der nächtlichen Aktivitäten auf dem Spielplatz in der Rubensstraße waren insofern erfolgreich, als dass zumindest von der Stadt ein Schild aufgestellt wurde, dass darauf verweist, dass ab 22 Uhr der Aufenthalt auf dem Spielplatz untersagt ist. Nun ist es natürlich mit dem Aufstellen von Schildern nicht getan, aber dies erlaubt den Kolleg*innen vom Ordnungsamt, Verwarngelder zu verhängen. Wenn sie denn – chronisch unterbesetzt – dazu kommen, dort nachts zu kontrollieren.
Zu dem geforderten Zaun werden Gespräche mit dem Spielplatzverantwortlichen der Stadt und dem Grünflächenamt geführt – Ergebnis noch offen. Wir haben bezüglich des Spielplatzes noch weiterreichende Ideen, die wir zäh verfolgen und werden euch darüber weiter in Kenntnis setzen, sobald sich die Stadt bewegt.

Neben regelmäßigen Treffen mit Fraktionsmitgliedern aller demokratischen Parteien, die wir über das Bündnis Innenstadt für unsere Belange sensibilisiert haben, haben wir neben vielen Gesprächen im Viertel auch versucht, beispielsweise mit den Wirten aus der Schaafenstraße gemeinsam tätig zu werden. Immerhin gab es in diesem Zusammenhang zwei von uns initiierte Treffen im Beisein der Wirte, u.a. mit der Sparkasse Köln, die ihre Passage ja zu gewerblichen Zwecken vermietet. Vorschläge von Seiten der Wirtegemeinschaft, die die Bedürfnisse der Anwohner*innen mit bedenken, stehen leider weiterhin trotz Nachfragen unsererseits aus. Immerhin ist die Wirtegemeinschaft Schaafenstraße, vertreten durch Matthias Eiting, ebenfalls dem Bündnis Innenstadt beigetreten.

Das 'Bündnis Innenstadt hat rund um das erste Schwerpunktthema Obdachlosigkeit viel Engagement bewiesen, für Öffentlichkeit gesorgt und zumindest ansatzweise wachgerüttelt. Als nächster Schwerpunkt steht nun das Thema ´Ballermannisierung der Innenstadt‘ an. Hier werden wir uns als Expertinnen wider Willen durch die Nähe unserer Wohnorte zur Schaafenstraße und der ausufernden Partyszene dort sowie den Billig-Hostels mit scharenweise anreisenden Sauftourist*innen explizit in die Arbeitsgruppe einbringen.

In diesem Zusammenhang möchten wir aus der Mail eines Nachbarn zitieren: „Es gibt kein Recht auf Party, aber ein Recht auf Nachtruhe!“

Nochmal möchten wir empfehlen, folgende Telefonnummern zu wählen, wenn der Lärm von der Straße zu unerträglich wird:

vor 1:00 Uhr        -> 0221/22132000 (Ordnungsamt)
nach 1:00 Uhr     -> 0221/2290 (Zentrale Polizei)

Sicher ist es schöner, wenn sich überhaupt nicht erst die Notwendigkeit ergibt, zu dieser Maßnahme zu greifen, andererseits wird durch diese Beschwerden überhaupt dokumentierbar, welcher Situation wir hier – in einem Wohngebiet! – ausgesetzt sind.

Mit herzlichen Grüßen und den besten Wünschen für zumindest die ein oder andere ruhige Nacht in diesem Sommer,

Judith Schmitt (Balduinstraße 11) und
Martina Hancke (Rubensstraße 14-16)
Ansprechpartnerinnen für die Bürgerinitiative Mauritiusviertel


Das Anschreiben an Frau Reker und Herrn Hupke zu unserer Unterschriftenaktion

Frau Oberbürgermeisterin Henriette Reker

Herrn Bezirksbürgermeister Andreas Hupke

Sehr geehrte Frau Reker, sehr geehrter Herr Hupke,

Köln, den 31.05.2022

mit diesem Schreiben möchten wir, die Bürgerinitiative Mauritiusviertel, Ihnen das Ergebnis unserer Unterschriftenaktion überreichen.

In den letzten Wochen haben wir insgesamt 142 Unterschriften im Bereich Schaafenstraße, Mauritiuswall, Rubensstraße bis zur Arndtstraße sammeln können.
Damit zeigen die Anwohner des Mauritiusviertels, dass sie mit der aktuellen Situation mehr als unzufrieden sind und die folgenden Forderungen unterstützen.

Unser Ziel ist die Verbesserung der aktuellen Situation und ein gutes Miteinander im Mauritiusviertel. Insbesondere die konsequente Durchsetzung der gesetzlichen Nacht- und Sonntagsruhe, besonders im

Bereich rund um die Schaafenstraße, den Mauritiuswall sowie um den Spielplatz in der Rubensstraße.

Wir fordern außerdem wirksame und effektive Maßnahmen zur Verhinderung, Ahndung und Beseitigung von Vermüllung und Verdreckung - insbesondere durch Glasscherben, Wildpinkeln, Fäkalien und Erbrochenes.

Ebenso notwendig sind Hilfsangebote zur Entschärfung der Drogen- und Alkoholproblematik am Mauritiuskirchplatz, rund um die Schaafenstraße und den Spielplatz in der Rubensstraße, sowie Maßnahmen zur effektiven Gewaltprävention und Verfolgung.

Wirksame Maßnahmen könnten sein:

o Höhere Präsenz durch Ordnungsdienst und / oder Polizei, dadurch Vermeidung von Vandalismus, Ausschreitungen und Aggressionen.

o Mehr öffentliche und bewachte Toiletten im Umkreis der Schaafenstraße, um den Pinkeltourismus auf den Spielplatz in der Rubensstraße zu reduzieren

o Häufigere Straßenreinigungen und Leerungen der Abfalleimer besonders an den Wochenenden, um z.B. Scherben auf der Straße und die allgemeine Vermüllung zu reduzieren.

o Verkaufsverbot von Alkohol und Glasflaschen nach 22:00 Uhr durch die Kioske.
o Umzäunung des Spielplatzes in der Rubensstraße, um zu verhindern das der Spielplatz weiterhin als

Open Air Disco , Drogenumschlagplatz und Natur-Toilette missbraucht wird.
o Umsetzung der Stadtordnung und bei Verstößen Verhängung von Verwarngeldern. Mit mobilen EC-

Geräten können die Verwarngelder sofort eingezogen werden. Beispiel: Polizei
o Auflagen für das A&O Hostel definieren, da viele Gäste häufig in den Nachbarstraßen randalieren und

einen großen Anteil an den Problemen haben.
o Regelmäßige Erhebung des Lärms insbesondere an den Wochenenden und Feiertagen rund um die

zum Feiern freigegebenen Flächen in Wohngebieten z.B. durch einen Lärmschutzbeauftragten zur Durchsetzung der gesetzlichen Nachttruhe (45 db)

Wir freuen uns auf eine konstruktive Zusammenarbeit mit Ihnen zur Umsetzung der o.g. Maßnahmen. Ansprechpartnerinnen für die Bürgerinitiative Mauritiusviertel sind:

Judith Schmitt (Balduinstraße 11) und Martina Hancke (Rubensstraße 14-16)

eMail der Bürgerinitiative Mauritiusviertel: bi-mauritiusviertel@magenta.de Mit freundlichen Grüßen

Martina Hancke

Anlagen:

  • -  Liste mit 142 Unterschriften

  • -  Lärmprotokoll von Martina Hancke, Rubensstr. 14-16

  • -  Rückmeldungen der Anwohner zur Situation im Mauritiusviertel