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Aktuelles


14.11.2022

Karneval über alles

Kölns OB Reker beherrscht die Kunst, mit enervierender Naivität im entscheidenden Moment das Falsche zu sagen: „Man mag das jetzt schön finden, wie hier gefeiert wird, oder nicht, aber: „Mer bruche keiner dä uns säht, wie mer Fastelovend fiere deit“, und das tun eben die jungen Leute so…Wir können die Menschen nicht davon abhalten, nach Köln zu kommen oder auf ihre Art Karneval zu feiern.“

Zum Einen tut sie damit der Jugend Unrecht (zu Besuch war ja eher der Teil, der sich Sorgen um seinen Alkoholpegel anstatt ums Klima macht). Auf der anderen Seite offenbart sie ihre vollkommene Empathielosigkeit für die betroffenen Menschen hier im Viertel. Die Stadtspitze versucht an dieser Stelle, ihre Gleichgültigkeit als Toleranz zu verkaufen!

Die Realität in unserem Viertel wird mittlerweile mehr und mehr in den Medien wahrgenommen und wiedergegeben und bedarf an dieser Stelle keiner Vertiefung. Der Stadt-Anzeiger verfällt zwar teilweise schon wieder in Schönfärberei („Friedlich und bei herrlischem Wetter - Zehntausende Jecken feiern den Sessionsauftakt in Köln“), aber es ist an uns, den Druck auf die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung aufrecht zu erhalten.

Karneval ist kein Naturereignis und dass bei den gegenwärtigen Auswüchsen daran in dieser Form so unerbittlich festgehalten wird, ist vollkommen irrational. Wir brauchen endlich Menschen in Politik und Verwaltung, die für die Profiteure dieses Events wie Brauereien, Billighostels und Kioskbesitzer nicht den Rest der Stadt in Geiselhaft nehmen!


30.10.2022

Die Ausweitung der Saufzone

Das geplante Sicherheitskonzept der Stadt für den 11.11. ist im besten Fall verwirrend und im schlimmsten Fall lebensgefährlich.

Das Konzept, das auf der Einschätzung einer „externen Crowdmanagerin“ der Bonner Firma Ibit beruht, wurde allerdings ohne deren Mitwirkung entwickelt. "Es wurde aber durch mehrere Ämter und Behörden geprüft, die ihr Einverständnis erklären müssen. Dazu zählen auch Polizei und Feuerwehr." heißt es dazu im Artikel auf T-Online. Im Endeffekt bedeutet das, dass, falls etwas schiefgehen sollte, die Verantwortung so breit gestreut ist, dass sie im nachhinein niemandem mehr zugeordnet werden kann.

Der Plan sieht auch eine vollständige Einbeziehung der angrenzenden Lindenstraße und Luxemburger Straße vor, die als Aufmarschstrecke für die anreisenden Feierwütigen zum Einlasspunkt auf der Zülpicher Straße bereitgestellt werden. Die von der Stadt zur Verfügung gestellten Saufzonen sind gelb eingefärbt. Die im Bild rotbraun gefärbten Zonen sollen für die Gäste gesperrt bleiben, was in der Praxis sicherlich von der Qualität des verfügbaren Sicherheitspersonals abhängen wird. Die dortigen Anwohner*innen dürfen sich zwar nach erfolgter Ausweiskontrolle frei bewegen, sind jedoch von der Partyhölle umgeben.

Von den unerträglichen Zumutungen für die hier lebenden Menschen einmal abgesehen, scheint die Stadt auf den Termin 11.11. fixiert zu sein. Dabei wird offensichtlich vergessen, dass am 12.11. immer noch Wochenende ist und sich daher viele der Angereisten immer noch im Viertel aufhalten werden. Welches Sicherheitskonzept am Samstag greifen soll, ist bisher noch nicht bekannt.


21.10.2022

Blumenkübel und Ballermann - die Kölner Verwaltung hat ihre eigenen Prioritäten

Das Foto ist einfach zu gelungen, symbolisert es doch das gegenwärtige Kölner Dilemma: Wie man dort sieht, haben es die Männer vom Kölner Ordnungsamt nicht so mit dem Grünzeugs.

Der Artikel zu den Vorgängen in Ehrenfeld findet sich hier: https://www.ksta.de/koeln/ehrenfeld/stadt-entschuldigt-sich-ordnungsamt-aktion-in-koeln-ehrenfeld--wie-bei-einer-razzia--39994872?cb=1666351403933&

Die Kölner Verwaltung setzt ja gerne ihre eigenen Duftmarken, wenn es darum geht, den Bürger*innen zu zeigen, was in Köln geht und was nicht. Eigenständiges Engagement wie hier in der Ehrenfelder Körnerstraße, das die Lebensqualität im Viertel aufwertet, ist natürlich zunächst einmal grundsätzlich verdächtig.

Wenn auf der anderen Seite der Ballermanntourismus die Zülpicher und Umgebung runterrockt, wird das von den zuständigen Behörden mehr oder weniger achselzuckend hingenommen oder es wird beim Ordnungsamt plötzlich über Personalmangel geklagt (was aufgrund des massiven Ehrenfelder Einsatzes nicht sehr überzeugend klingt). Vielleicht ist bei der Verwaltung das öffentliche Rudelsaufen im Kwartier Latäng halt nicht so suspekt wie das Engagement der Anwohner*innen beim "Tag des guten Lebens" oder der Museumsnacht. Insofern verkörpert die Kölner Verwaltung das kleinbürgerliche antiemanzipatorische Ideal in Perfektion.

Dazu passt eine OB Reker, die Verantwortung immer gerne abschiebt im Tandem mit einer Verwaltung, die diejenigen sofort abwürgt, die bereit wären, diese zu übernehmen. 

Der heutige Kommentar von Peter Berger im Kölner Stadt-Anzeiger trifft den Nagel auf den Kopf: Wenn Frau Reker behauptet, Fastelovend sei „das schönste Brauchtum, das wir in Köln haben“, ist das für uns betroffene Anwohner*innen nichts anderes als sentimentaler Bullshit und eine Anbiederung an eine Klientel, die auf unsere Kosten vom einträglichen Karnevalsgeschäft lebt. Diese Woche lag bei uns ein Flugblatt der Stadt mit "wichtigen Informationen zum 11.11." im Briefkasten. Die bereits am 7.11. beginnenden Einschränkungen für Anwohner*innen und Gewerbetreibende sind eine Unverschämtheit.

Den Grundschüler*innen der Lochnerstraße wird am 11.11. mittags auf ihrem Nachhauseweg mal wieder ganz unmittelbar vorgeführt werden, was Leben in einer "Brauchtumszone" bedeutet. Achja, und die Männer vom Ordnungsamt werden sich an diesem Tag plötzlich zurückhalten und sicherlich nicht so entschieden auftreten wie zuletzt in Ehrenfeld. 


29.09.2022

Der 11.11. und eine untätige OB

Wenn man über Köln und das Brauchtum nachdenkt, verbindet man aufgrund der katholischen Tradition der Stadt mit dem 11.11. die Sankt Martins-Umzüge der Schulen. Zumindest war das früher so - auch die Karnevalssession wurde eröffnet, wobei sich diejenigen, die nicht arbeiten mussten, in der Altstadt trafen. 

In dem verlinkten Artikel der Stadt-Revue von 2018 ("Ballermann ohne Strand") wird sehr gut recherchiert beschrieben, wie durch den ehemaligen OB Schramma (CDU) die Außendarstellung der Stadt verändert wurde. Dass diese Entwicklung nun von der OB in ihrem Interview im Kölner Stadt-Anzeiger als quasi unabwendbar angesehen wird, ist geschichtsvergessen und für alle Betroffenen unerträglich.

Wie tickt eine Verwaltung, die mit allen Kräften versucht, jegliches bürgerliche Engagement abzuwürgen, z.B. beim von ihr untersagten Nachbarschaftsflohmarkt auf dem Rathenauplatz, aber ein Festival für angehende und gestandene Alkoholiker in unserem Viertel ausrichtet?

Der 11.11. ist kein gesetzlicher Feiertag - auch dieses Jahr ist es ein normaler Arbeitstag und es findet regulärer Schulunterricht statt, nur anscheinend nicht für die angereisten "Gäste".

Das jetzt von der Stadt vorgelegte Konzept für den 11.11. zeugt von einer Blasiertheit und Denkfaulheit, die anscheinend nur in einer bürokratischen Blase der Ignoranz gedeihen kann. Unsere Geduld ist aufgebraucht!

 


14.06.2022

Konstituierende Sitzung des Veedelsbeirats

In der Sitzung der Bezirksvertretung Innenstadt vom 07. April wurde ein Antrag gestellt, in dem die mögliche Zusammensetzung des geplanten Veedelsbeirats vorgeschlagen wird: https://ratsinformation.stadt-koeln.de/getfile.asp?id=869426&type=do

Der Vorschlag für die Zusammensetzung sieht folgendermaßen aus:

Immer ein(e)/Vertreter*in der Bürgeramtsleitung
Fachverwaltung: Ordnungsamt; Sozialamt, Dez. 1 –Frau Dolores Burkert-
Pfarrer der Kirchengemeinde
Sozialarbeiter/Franco Clemens
Feuerwehr
Rettungsdienst
Polizei/“Veedels-Polizistin“ 
Festkomitee
Leiter der „Schul- und Viertelszöch“ 
IG Gastro Kwartier Latäng
Bürgergemeinschaft Rathenauplatz
Fraktionsvorsitzende in der BV1
Bezirksbürgermeister*innen plus Stellvertretung
Einzelvertreter*innen mit beratender Stimme
Nach Bedarf Gäste

Die Zusammensetzung soll am 02. Juni beschlossen werden: https://www.rundschau-online.de/region/koeln/innenstadt/wie-weiter---die-zuelpicher--die-koelner-ringe-und-die-frage-nach-der-sicherheit-39653818

Die erste konstituierende Sitzung soll am 14. Juni stattfinden. Alle Sitzungen (4x im Jahr) werden öffentlich sein. Sobald genaue Infos zu Uhrzeit und Ort vorliegen, werden sie hier veröffentlicht. 

 


20.04.2022

Der Stand der Dinge

Nach der Anwohner*innenversammlung am 21.03. war es zunächst wieder einmal ruhig geblieben. Was jedoch der Plan eines vierteljährlich tagenden Veedel-Beirats ohne jegliche Entscheidungsbefugnis bringen soll, ist nicht wirklich verständlich.

Laut Stadt-Anzeiger vom 19.04. will die Stadt jetzt plötzlich Millionen in die Hand nehmen, um die Planung für ein Sicherheitskonzept europaweit auszuschreiben. Es wäre schön, wenn die Medien genau hinschauen, wer von dieser Idee finanziell profitieren wird. Uns fehlen einfach die Worte, um diese kölsche Unart des Aussitzens, Verantwortungswegschiebens und Geldverbrennens weiter zu kommentieren. Konkrete Vorstellungen von einem Konzept sind übrigens auch in unserem Offenen Brief vom 21.12.2021 schon dargelegt worden. Reaktion der Stadt bisher: keine. Die setzt weiterhin lieber auf Massenevents mit Billigtourismus


21.03.2022

Bürger*innen-Versammlung in der Herz-Jesu-Kirche, Zülpicher Platz

Am Montag, den 21. März wird um 18.30 Uhr eine Bürger*innen-Versammlung in der Herz-Jesu-Kirche am Zülpicher Platz stattfinden.

Der Bezirksbürgermeister Andreas Hupke schreibt hierzu: "Zu den Auswüchsen an Karneval -in 2022- im Kwartier-Latäng haben mich viele Mails erreicht, die ich gar nicht alle so schnell persönlich beantworten kann. Daher habe ich mich dazu entschlossen, dass ich die o.a. Versammlung machen werde, u.a. auch deshalb, weil ich bis heute immer wieder feststelle, was die Menschen in unserem Veedel deswegen für einen Gesprächsbedarf haben. Ein analoger Aushang an den Häusern wird folgen und darauf werden auch alle Teilnehmer*innen Der Podiumsdiskussion vermerkt sein. Die Menschen aus dem Viertel werden genügend Zeit bekommen u. a. ihren Unmut artikulieren zu können."

Wir finden wichtig, dass dies nicht nur eine folgenlose Placebo-Veranstaltung wird, bei der die üblichen Teilnehmer auf dem Podium über die Interessen der Anwohner*innen diskutieren, ohne dass diese dort selbst vertreten sind.

Konkrete Maßnahmen und wichtige Fragen aus unserer Sicht wären z.B.:

  • Transparenz, was die bisherige Organisation des Straßenkarnevals in unserem Viertel betrifft: Wer genau verdient an den Straßensperren und "Entlastungsflächen"?
  • Wieso gibt es für die Veranstalter keinerlei Auflagen, was die Beeinträchtigung der Anwohner*innen betrifft?
  • Der Massentourismus, insofern er denn weiterhin von der Stadt gefördert werden soll, muss gleichmäßiger auf das Stadtgebiet verteilt werden. "Entlastungsflächen" dann in Zukunft dort, wo keine Anwohner*innen betroffen sind.
  • In Zukunft keine Sperrung des Verkehrs mehr - das erklärt den öffentlichen Raum im Viertel erst recht zur Partyzone. Die alkoholisierten und rücksichtslosen Menschenmassen auf der Straße überfordern das Viertel bei weitem! 
  • Klärung der Frage, wer für die materiellen Schäden der Anwohner*innen an Häusern, Autos und Fahrrädern haftet

So sehr wir es begrüßen, dass es eine Veranstaltung zum Thema geben wird, sollte nicht vergessen werden, dass Herrn Hupkes Partei "Die Grünen" sich eindeutig gegen eine Einschränkung des Alkoholverkaufs im öffentlichen Raum nach 22.00 Uhr positioniert hat. Auch bei der Diskussion um das "Mäuerchen" im verkehrsberuhigten Teil der Zülpicher Straße vertrat Herr Hupe nicht unbedingt das Interesse der betroffenen Anwohner*innen.

Es liegt an uns, dass nicht schon wieder ein Kölner Stillstand beschlossen wird!


04.03.2022

Die Veranstalter stehen in der Pflicht

In der lokalen Presse häufen sich (interessanterweise immer erst im nachhinein) Artikel und Kommentare, die sich kritisch mit dem Kölner Straßenkarneval auseinandersetzen. Es ist ein seit Jahren eingeübtes Ritual: ein Kommentar erwartet Nachbesserungen von der Stadt, wobei das Wort Nachbesserung impliziert, dass etwas Gutes zugrunde liegt, was hier eindeutig nicht der Fall ist. Schon vor Jahren stand ja im Bezug auf den Straßenkarneval die "Zukunft auf dem Spiel". Die Stadt reagiert gewohnt bräsig und bietet neben den bei der Pressemiteilung vom letzten Jahr versprochenen Maßnahmen zusätzliche Mülleimer an.

Tatsache ist, dass die mediale Aufregung spätestens nächste Woche wieder abgeklungen sein und dann wieder der nächsten Sessionseröffnung entgegengefiebert wird.

Allerdings nehmen die Sachbeschädigungen im Laufe der von der Stadt ausgerichteten Straßenpartys immer mehr zu, da mittlerweile auch Hausflure der Wohnhäuser in unserer "Brauchtumszone" von den auswärtigen Gästen als erweitertes Partyareal betrachtet werden. Die Polizei kommt ihrer Aufgabe nicht nach, das Eigentum der Anwohner:innen und deren Unversehrtheit zu schützen. So bleiben die Betroffenen auf den Kosten für Reparaturen von Fenstern, Fassaden und Haustüren etc. sitzen, was die Stadt momentan wohl als akzeptablen Kollateralschaden betrachtet. Die zusätzliche psychische Belastung lassen wir zunächst mal außen vor.

Daher möchten wir gerne den Versuch einer Bestandsaufnahme wagen, um einen detaillierteren Überblick zu gewinnen: Falls euer Haus betroffen ist, gebt uns doch bitte kurz Bescheid: Es geht hier zunächst um eine anonyme Erhebung. Dafür genügt es, wenn ihr in einer Mail an uns (kontakt@viertelinfo.de) kurz den Schaden beschreibt und die ungefähren Reparaturkosten veranschlagt.

Der nächste Schritt wird sein zu prüfen, inwiefern die Stadt Köln als Veranstalter bzw. die Betreiber der "Entlastungsflächen" auf den Uniwiesen juristisch für die Schäden belangt werden können.

 


02.03.2022

Ein denkwürdiger Rosenmontag - Bericht aus der Brauchtumszone

Am diesjährigen Rosenmontag fand in der Stadt eine riesige Demonstration statt, die die Solidarität mit der von den Russen überfallenen Ukraine bekunden sollte. Der Rahmen und die Stimmung waren dem Anlass durchaus angemessen. Was nur peinlich berührt, ist die damit verbundene Selbstbeweihräucherung, die unmittelbar darauf in der lokalen Presse stattfand. Sicher war die Demo ein wichtiges und richtiges Zeichen, aber der Blick sollte auf die Ukraine gerichtet bleiben anstatt in den üblichen Kölner Narzissmus zu verfallen. 
 

Was den Rosenmontag in unserem Viertel betrifft, differieren die Darstellungen im Stadt-Anzeiger auf frappierende Art und Weise:

Während auf der einen Seite, wie auch schon in den vergangenen Tagen, ein "Alles super auf der Feiermeile. Weiter so!"-Bild vermittelt wird (https://www.ksta.de/koeln/rosenmontag-in-koeln-ausgelassene-und-friedliche-stimmung-auf-der-zuelpicher-strasse-39501438), wird die Realität der Anwohner:innen wohl eher in folgendem Artikel wiedergegeben, der bezeichnenderweise hinter einem Paywall versteckt ist: http://viertelinfo.de/medienarchiv/koelner-stadt-anzeiger-vom-01032022 
Die Darstellung des auswärtigen Polizeibeamten weicht eklatant von den offiziellen Verlautbarungen der Kölner Polizei ab - siehe z.B. hier: https://www.ksta.de/koeln/karneval-in-koeln/karneval-in-koeln-volle-hotspots-am-samstagabend---vor-allem--party-publikum--feiert-39496922,
Fazit: Keine besonderen Vorkommnisse.

Es bleiben halt die immer gleichen Geschichten und Probleme, die die Stadt Köln, wenn sie sie nicht ignoriert, zumeist verschlimmbessert.

Bei uns im Haus brauchten wir spätabends drei (!) Leute, um einen agressiven, völlig alkoholisierten Mann aus dem Hausflur zu drängen. Für die Kinder, die von dem Tumult geweckt wurden, war es beängstigend. Zum Glück war der Mann alleine und unbewaffnet!

Nachstehend ein paar Fotos, um Außenstehenden einen kleinen Eindruck vom städtisch verordneten Kölner Straßenkarneval, dem wir immer wieder aufs Neue ausgeliefert sind, zu vermitteln:

 


27.02.2022

Das Ende des traditionellen Karnevals in Köln

Herr Kuckelkorn, Frau Reker, Frau Blome und die übrigen Verantwortlichen scheinen es noch nicht verstanden zu haben, aber ihre Vorstellung von "Brauchtumszonen" und "feiernden Jecken" ist hoffnungslos antiquiert und entspricht nicht den Realitäten in dieser Stadt.

Nach der gesundheitspolitischen Geisterfahrt am 11.11. schiebt Frau Blome auch dieses Mal die Verantwortung wieder an die Landesregierung ab. Obwohl seit Donnerstag Krieg herrscht in der Ukraine, kommt den Verantwortlichen keine deutliche Bewertung der Situation über die Lippen. Man hätte auch sagen können: Wir wollen jetzt keine Feiernden (vor allen Dingen nicht diese Art von "Feiernden") auf den Straßen.

Wer in diesen Tagen in unserem Viertel vor die Tür geht oder die entsprechenden Artikel liest, dem wird folgendes klar:

Während es einen kleinen Haufen Traditionalisten gibt, die es an Karneval immer noch an den Alter Markt oder in die Südstadt zieht, liegt der Schwerpunkt doch mittlerweile eindeutig auf den von der Stadt kultivierten "Straßenpartys", die vor allem in unserem Viertel stattfinden. Es gibt zwar in der lokalen Presse das Argument, es handele sich bei den angereisten "Partypeople" nicht um echte Karnevalisten, aber der Wandel der Kultur wird anscheinend trotzdem aus kommerziellen Gründen in Kauf genommen. Auch die Musik, mit der man z.B. an der Ecke Lindenstraße/Roonstraße aus den hiesigen Läden dauerbeschallt wird, ist eine andere geworden: "Despacito" in 100 Variationen, "Bierkapitän" und ähnliche Ballermann-Hits, was auch so ziemlich das Niveau der "Partygäste" widerspiegelt.

Tatsache ist, dass die Stadt unsere Probleme mit den zunehmend rücksichtloseren "Gästen" fortlaufend ignoriert und wir letztendlich auf uns alleine gestellt sind. Praktisch für die Stadt ist, dass sich die immer unhaltbareren Zustände auf eine recht überschaubare Gegend konzentrieren und der Rest der Stadt davon nicht betroffen ist. 

Die interessante Frage, die sich stellt, ist: Wer profitiert von der Situation? Wer sind z.B. die professionellen Veranstalter, die auf den Uniwiesen (den sogenannten "Entlastungsflächen") ihre Buden aufbauen und am Massenandrang verdienen? Die lokale Presse hakt da nicht wirklich nach. 

Selbst am heutigen Sonntag wurden im Viertel von der Stadt noch Straßen abgesperrt. Für wen steht die Stadt hier eigentlich Gewehr bei Fuß? Für die Kölner:innen aus dem Viertel sicherlich nicht!

 

 


21.01.2022

Köln wird sich nicht um eine Einschränkung des Alkoholkonsums im öffentlichen Raum bemühen

„Das ist in der freien Stadt Köln doch überzogen, unwürdig und lebensfremd. Hier droht die Freiheit wieder zentimeterweise zu sterben.“ (Ralph Sterck, FDP)
Bis auf die CDU haben sich im Kölner Rat alle Parteien klar gegen eine mögliche Einschränkung des Alkoholkonsums im öffentlichen Raum in den Hotspots positioniert. Dies u.a. mit populistischenStatements wie dem von Herrn Sterck. 

Unsere Meinung dazu:

Die Freiheit der betroffenen Anwohner:innen interessiert die Mehrheit der Entscheidungsträger offensichtlich kein bißchen. Auch auf unseren Offenen Brief gibt es einen Monat später keinerlei Reaktion von offizieller Stelle. Es macht uns als Betroffene wütend, dass selbst ein vorsichtiger Vorstoss der Stadtdirektorin direkt abgeschmettert wurde. Soll uns nur die Wahl bleiben, wegzuziehen, wenn wir uns nicht mit dem Sauf- und Krawalltourismus im Viertel abfinden wollen? Damit endlich noch mehr Platz für Airbnb ist? Die einzige Alternative ist, die Herrschaften im Rat kontinuierlich mit den Problemen im Viertel zu konfrontieren und über die Öffentlichkeit Handlungsdruck aufzubauen. Unser Viertel verdient eine bessere Politik!


10.01.2022

Nach Berichten des Stadt-Anzeigers richtet die Stadtspitze einen Appell an die Landesregierung, Voraussetzungen dafür zu schaffen, den Verkauf und Konsum von Alkohol in den Party-Hotspots einzuschränken:

Das Thema wird aber anscheinend auch für Parteipolitik instrumentalisiert: Grüne und SPD haben sich leider gegen eine Einschränkung postitioniert!

https://www.express.de/koeln/koeln-parteien-gegen-alkoholverbot-in-der-innenstadt-84708

Dies ist für die betroffene Anwohnerschaft (aber auch die ansässige Gastronomie) enttäuschend, die gerade in der Innenstadt mehrheitlich zur Wählerschaft der Grünen gehört. 

Im Artikel wird das Bild desjenigen beschworen, der doch nur in Ruhe und Frieden auf der Straße sein "Feierabendbier" trinken möchte und dessen Freiheit jetzt eingeschränkt werden soll. Den Aufwand und die Kosten, sich dafür in eine Kneipe oder einen Biergarten zu begeben, mag der "Augehszene" anscheinend nicht zugemutet werden.


22.12.2021

Der Offene Brief der Anwohnerschaft ist am 21.12.2021 an die Adressaten rausgegangen. Wir haben Oberbürgermeisterin Frau Reker, Stadtdirektorin Frau Blome, den Rat der Stadt und die Bezirksvertretung angeschrieben sowie die örtlichen Medien: WDR Lokalzeit, Stadtrevue, Stadt-Anzeiger und Express.

Eine Antwort bzw. Reaktion und die sich daraus ergebenden Resultate werden wir an dieser Stelle dokumentieren.


26.10.2021

Wir haben Forderungen an die Stadt formuliert und starten ab heute eine Unterschriftensammlung dazu.
Das Anschreiben könnt ihr euch hier ansehen und hier als pdf-Datei herunterladen

Wir werden heute nachmittag von 16-17.30 Uhr auf dem Rathenauplatz damit beginnen.
Es werden auch beim Spielebus, der immer am Donnerstag nachmittags auf dem Platz ist, Unterschriftenlisten ausliegen.

Wir freuen uns natürlich immer über eure Unterstützung. Wer in seinem Haus, seiner Straße Unterschriften sammeln kann oder einen Ort bzw. Geschäft hat, wo er/sie Unterschriftenlisten auslegen können, bitte bei uns melden: kontakt@viertelinfo.de

Eine Unterschriftenliste kann auch direkt hier heruntergeladen werde.